LEHRANGEBOT

Der Studiumsverlauf ist so bemessen, dass der Abschluss mit dem Master nach einer Regelstudienzeit von 10 Semestern erfolgt. Im BA-Studium werden in 6 Semestern die grundlegenden praktischen und theoretischen Kenntnisse für die Restaurierung und Konservierung von Kunst- und Kulturgut in unserem Fachbereich vermittelt. Die BA-Arbeit wird im 6. Semester vefasst. Das weitgehend modular aufgebaute zweijährige MA-Studium vertieft und erweitert die im BA-Studium erworbenen Kenntnisse und führt in eigenständige Forschungs- und Entwicklungsarbeit zur Erschließung neuer Wissensgebiete. Im MA-Studium werden auch verstärkt Schwerpunkte nach eigener Wahl gesetzt. Im 10. Semester wird das MA-Studium mit der Masterarbeit abgeschlossen, in der restauratorische, kunsttechnologische, verfahrenstechnische oder naturwissenschaftliche Fragestellungen selbstständig zu bearbeiten und zu lösen sind.

Im BA-Studium sind die fachspezifischen Lehrbereiche in Vorlesungen, Seminare und Übungen der Werkstoffkunde und Projektarbeit unterteilt. Module umfassen die Geschichte, Technologie und Erhaltung der Trägermaterialien Papier und Pergament, der wesentlichen Buchstrukturen sowie der verschiedenen Schreib-, Zeichen- und drucktechnischen Medien. Fachübergreifende Grundlagen beinhalten Dokumentation/Mediumkompetenz, anorganische und organische Chemie sowie angewandte Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften.

Das MA-Studium dient der Erweiterung und Vertiefung restauratorischer Kompetenz unter Behandlung weiterführender Themen wie Retusche, das Bleichen von verfärbtem Papier, die Erhaltung von Werken mit Eisengallustinte, Fachgeschichte, Ausstellungsvorbereitung, sowie einzelne Materialgruppen wie Fotografien. Das Festigen von Papier durch Spalten und die Restaurierung von Wachssiegeln werden in Kooperation mit dem Institut für Erhaltung in Ludwigsburg angeboten. Interdisziplinär werden Module u. A. zur Mikrobiologie, zur Existenzgründung, zum Integrated Pest Management und zur Erhaltung zeitgenössischer Kunst angeboten. Methoden der Konservierung und Restaurierung werden in dieser Phase verstärkt in Zusammenhang mit den übergreifenden Zielen der Kulturguterhaltung gebracht. Damit werden die Studierenden auf das eigenverantwortliche Arbeiten hingeführt.

In der BA-Arbeit wird eine Fragestellung in Zusammenhang mit einer praktischen Restaurierungsthematik bearbeitet. Studierende erwerben so Grundlagenkenntnisse, die im MA-Studium weiter ausgebildet werden. Innerhalb des MA-Studiums wird eine kleinere Untersuchung in Form einer Semesterarbeit angefertigt. Nach drei Semestern modularen Studiums folgt das vierte, der Master-Abschlussarbeit vorbehaltene Semester. Es beinhaltet die betreute aber weitgehend selbstständig durchgeführte Bearbeitung einer restauratorischen, kunsttechnologischen, verfahrenstechnischen und praxisrelevanten Fragestellung auch in Zusammenhang mit laufenden Forschungs- und Kooperationsprojekten.

Die Projektarbeit am Original steht im Vordergrund, aber wird häufig durch Vorarbeiten und besonders im BA durch Übungen gestützt. Die Untersuchung, Dokumentation, Konservierung und ggf. Restaurierung von Objekten erfolgt entsprechend einer risikominimierenden Herangehensweise. Die Projektarbeit begleitet das gesamte Ba-/MA-Studium und dient dem Erlernen zunehmend komplexer restauratorischer Fähigkeiten, die den Prozess der Entscheidungsfindung entsprechend einer Berufspraxis abbilden. Im BA-Studium wird diese Arbeit engmaschig und in allen Schritten betreut. Im MA-Studium werden die komplexere Objekte auf einer breiteren methodischen Basis und mit größerer Selbstständigkeit bearbeitet. Im Gesamtverlauf des Studiums wird die Vielfalt der Objekte unter Deklaration einer Spezialisierung (Kunst auf Papier, Buch, Archivgut, zeitgenössische Kunst) erweitert.

Auslandssemester können im MA-Studium für die Dauer eines Semesters nach Vollendung des ersten Studienjahres auch über Erasmus-Förderung an den genannten europäischen Hochschulen unter Teilnahme an vergleichbaren Lehrinhalten stattfinden. Die Lehrinhalte werden vor Antritt des Auslandssemesters besprochen (learning agreement) und im Nachgang schriftlich aufgearbeitet.

Studiumsbegleitende Praktikumszeiten im In- und Ausland sind in der vorlesungsfreien Zeit möglich und werden durch das internationale Netzwerk des Studiengangs aktiv unterstützt. Studierende sind regelmäßig tätig an Museen, Archiven, Bibliotheken und in privaten Restaurierungsateliers im Inland und im inner- und außereuropäischen Ausland (Dänemark, Estland, Großbritannien, Holland, Frankreich, Italien, Israel, USA, Canada und Australien).

Betreute Exkursionen finden jährlich meist mehrtägig zu Beginn des Herbstsemesters statt und führen in deutsche und europäische Großstädte mit einem reichen Angebot an relevanten Institutionen, Instituten und Restaurierungslaboratorien. Für Studienanfänger sind sie Auftakt des Studiums und sind willkommener Anlass zum gegenseitigen Kennenlernen. Kürzere, meist eintägige Exkursionen zu Ausstellungen und aktuellen restauratorischen Projekten werden zusätzlich angeboten. Viele davon finden in Kooperation mit dem Förderverein Papierrestaurierung Stuttgart statt.