Zum inhaltlichen Aufbau

BA Studium

Im BA-Studium sind die fachspezifischen Lehrbereiche in Vorlesungen, Seminare und Übungen der Werkstoffkunde/Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft und die Projektarbeit mit dazugehörigen Übungen unterteilt. Module umfassen die Geschichte, Technologie und Erhaltung der Trägermaterialien Papier und Pergament, der wesentlichen Buchstrukturen sowie der verschiedenen Schreib-, Zeichen- und drucktechnischen Medien. Eingeführt werden die Methoden der wässrigen Behandlung, der Reinigung, der Sicherung und der Bestandserhaltung, wobei Wert darauf gelegt wird, hier schon die prinzipiellen Nutzen und Risiken dieser fundamentalen Eingriffe zu verdeutlichen. Fachübergreifende Lehrbereiche zur Grundlagenlegung restauratorischer Kompetenz beinhalten Dokumentation/Mediumkompetenz, anorganische und organische Chemie und angewandte Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften. In der BA-Arbeit wird eine ausgewählte Fragestellung in Zusammenhang mit einer praktischen Restaurierungsthematik bearbeitet. Studierende erwerben so Grundlagenkenntnisse, die im MA-Studium weiter ausgebildet werden.

 

MA-Studium

Das MA-Studium dient der Erweiterung und Vertiefung restauratorischer Kompetenz unter Behandlung z.B. folgender Themen: Retusche, Einsatz von Aerosolen, Methoden wässriger Behandlung, das Bleichen von verfärbtem Papier, die Erhaltung von Werken mit Eisengallustinte, Fachgeschichte, Ausstellungsvorbereitung, sowie Materialgruppen wie Fotografien, Digitaldrucke und japanische Farbholzschnitte. Das Festigen von Papier durch Spalten und die Restaurierung von Wachssiegeln werden in Kooperation mit dem Institut für Erhaltung in Ludwigsburg angeboten. Auch interdisziplinäre Module u. A. zur Mikrobiologie, zur Existenzgründung, zum Integrated Pest Management und zur Erhaltung zeitgenössischer Kunst sind Teil des MA-Studiums.

Im MA-Studium werden die Methoden der Konservierung und Restaurierung verstärkt in Zusammenhang mit den übergreifenden Zielen der Kulturguterhaltung gebracht. Auch damit werden die Studierenden auf das eigenverantwortliche Arbeiten hingeführt, das für alle Maßnahmen – sowohl in Bezug auf die Eingriffe an Einzelobjekten als auch die Konservierung ganzer Sammlungen – entscheidend ist. Da alle konservatorischen und restauratorischen Entscheidungen einen direkten und meistens auch langfristig wirksamen Einfluss auf die Nutzbarkeit und Erhaltung von Kulturgut haben und außerdem mit einer finanziellen Investition einhergehen, ist die Ausbildung einer umfassenden restauratorischen Entscheidungskompetenz und differenzierter praktischer Fähigkeiten für deren Umsetzung Kern dieser abschließenden Phase des Studiums.

Innerhalb des MA-Studiums wird eine kleinere Untersuchung in Form einer Semesterarbeit angefertigt. Nach drei Semestern modularen Studiums folgt das vierte, der Master-Abschlussarbeit vorbehaltene Semester. Es beinhaltet die betreute aber weitgehend selbstständig durchgeführte Bearbeitung einer restauratorischen, kunsttechnologischen, verfahrenstechnischen und praxisrelevanten Fragestellung auch in Zusammenhang mit laufenden Forschungs- und Kooperationsprojekten.

 

Arbeit mit Objekten:

Es wird in den Lehrveranstaltungen zwischen der Arbeit an Mustern und der Arbeit am Original unterschieden. Oft speziell für diesen Zweck angefertigte und für Studierende bereitgestellte Muster dienen dazu, die Funktion restauratorischer Techniken ohne frei von jedem Risiko für ein Original zu erfahren. Die Projektarbeiten an Originalen, also die Untersuchung, Dokumentation, Konservierung und ggf. Restaurierung von Objekten erfolgt entsprechend einer immer risikominimierenden Herangehensweise. Diese Arbeit begleitet das gesamte Ba-/MA-Studium und dient dem Erlernen zunehmend komplexer restauratorischer Fähigkeiten, die den Prozess der Entscheidungsfindung entsprechend einer Berufspraxis abbilden. Im BA-Studium wird diese Arbeit engmaschig und in allen Schritten betreut. Im MA-Studium werden die komplexere Objekte auf einer breiteren methodischen Basis und mit größerer Selbstständigkeit bearbeitet. Im Gesamtverlauf des Studiums wird die Vielfalt der Objekte unter Deklaration einer Spezialisierung (Kunst auf Papier, Buch, Archivgut, zeitgenössische Kunst) erweitert. Dazu gehört auch die klare mündliche und schriftliche Darstellung der Projektinhalte.